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Die Bullshit University

Carl T. Bergstrom and Jevin West haben an der Wachington Univerity eine Veranstaltung angeboten, in der sie Bullshit definieren und Methoden zum Erkennen und Debunken von Bullshit vorstellen. Alle Vorträge wurden gefilmt und stehen auf Youtube bereit. Achtung: Ist auf Englisch und geht mehrere Stunden.

Fake Facts

Die deutsche Publizistin Katharina Nocun hat gemeinsan mit Pia Lamberti ein umfangreiches Buch zum Thema Fake Facts verfasst. Eine kürzere Fassung ihrer Forschung kann man in einem Podcast aus der Reihe Hörsaal von DLF Nova nachhören. Ausdrücklich sei auch auf Frau Nocuns eigenen Podcast hingewiesen, in dem sie immer wieder interessante und wichtige Themen beleuchtet.

Manipulation durch Sprache

Die nicht unumstrittene Sapir-Whorf-Hypothese besagt, dass Sprache die Realität prägt und sogar erzeugt. Wie dem auch sei: Sprache wird schon seit der Antike gezielt als Mittel der Manipulation eingesetzt.

Die Extremismusforscherin Natascha Strobl hat in der Frankfurter Rundschau einen Artikel veröffentlicht, in dem sie beschreibt, wie die extreme Rechte Sprache als Manipulationswerkzeug einsetzt. Sie spekuliert auch über die Gründe für dieses Vorgehen.

Disclaimer: Ich bin mir bewusst, dass die FR im linken Spektrum angesiedelt ist und ich stehe einigen Argumentationslinien von Frau Strobl kritisch gegenüber. Dennoch ist die Beschreibung der Methoden absolut valide. Die Autorin belegt dies mit Beispielen aus dem rechten Spektrum. Ich weise darauf hin, dass diese Methoden aber unabhängig von einer politischer Richtung eingesetzt werden können. Die Kenntnis der Methoden hilft Manipulationsversuche zu entlarven und unterstützt die „Immunisierung“.

Empörungs- und Meinungsmanagement

Mit über 1 Millionen Aufrufe bei Youtube ist der Vortrag „Warum schweigen die Lämmer“ von Prof. Rainer Mausfeld zu einiger Berühmtheit gelangt. Er untermauert sehr schlüssig seine These, dass wir in dauerhaften Manipulationszusammenhängen leben, und muss dazu nicht einmal die Vorgehensweise von politischen Extremisten heranziehen.

Die Grenzen der Erkenntnis

Die Frage „Was können wir wissen?“ ist Gegenstand der Erkenntnistheorie, einer Teildisziplin der Philosophie. Das kann sehr schnell sehr theoretisch (gibt es überhaupt eine Realität) und anstrengend (Hegel, Schopenhauer, Kant: Was wollt ihr mir sagen?) werden.

Viel hilfreicher für den Alltag ist die Beschäftigung mit kognitiven Verzerrungen (cognitive biases), auch systemaitsche Denkfehler genannt. Der amerikanische Psychologe Daniel Kahneman wurde für seine Forschungen auf diesem Gebiet mit dem Wirtschaftsnobelpreis geehrt. Die Relevanz seines Buches zu diesem Thema kann kaum überschätzt werden.

Ordnung in die Liste von fast 200 verschiedenen kognitiven Verzerrungen bringt Buster Benson in einem Medium Artikel.

Wer das Thema etwas unterhaltsamer angehen möchte, dem sei ein Buch des schweizer Publizisten Rolf Dobelli ans Herz gelegt.

Ich werde nicht müde zu betonen: Systematische Denkfehler sind nicht pathologisch sondern evolutionär tief verankerte Eingenschaften unser aller Gehirne. Nur die Kenntnis dieser Denkfehler erlaubt uns, Fehler in unserem Denken zu erkennen und ein besseres Bild von der Realität zu erhalten.

Nachrichtenkonsum

100 Busse fahren vorbei. Einer verunglückt. Was berichten die Nachrichten?

Die Gier nach Auflage, Klicks und Werbeeinnahmen führt zu spektakulärem News-Journalismus, der nur wenig Informationswert hat und sogar der Gesundheit schaden kann.

Der Schweizer Publizist spricht sich in seinem Buch „Die Kunst des digitalen Lebens: Wie Sie auf News verzichten und die Informationsflut meistern“ vehement für den Verzicht auf News-Journalismus aus.

Viel besser ist der Konsum von investigativem Journalismus und Erklärjournalismus. Ein hervorragendes Beispiel für exzellenten Erklärjournalismus ist das vierteljährlich erscheinende Katapult-Magazin.

Und nicht zuletzt: Bücher. Man erfährt mehr über Flucht und Vertreibung aus dem Tagebuch der Anne Frank als durch den Konsum von tausend Stunden Fernsehberichterstattung.